SMWS 146.1 – Orangudram

Normalerweise beteilige ich mich ja eher seltener an irgendwelchen Verlosungen, da ich bisher noch nicht einmal einen Blumentopf gewinnen konnte. Bei der SMWS habe ich mal eine Ausnahme gemacht, da der Aufwand ein sehr geringer war. Also brav meine Daten in das Formualar eingegeben und ab die Post. Das Objekt der Begierde hiess Orangudram und stellt die erste Abfüllung der jungen englischen Destillerie Cotswolds für die Society dar. Das Destillat wurde in ein erstbefülltes Barrique verbracht und reifte dort vier kurze Jahre. Das Fass ergab 287 Flaschen und die Alkoholstärke beträgt starke 62,4% vol. Mal schauen, wie er sich schlägt und ob man ihm seine Jugend anmerkt.

Meine Tasting-Notes

Nase:
Zunächst vernehme ich eine süsse, weinige Note, die vom zugrundeliegenden Barrique stammen dürfte. Ziemlich kräftig auf jeden Fall. OK, sind ja schliesslich auch 62,4% vol. Moment, was ist das: Jetzt entsteigt dem Glas eine leichte Puderzucker Note (ja ich weiss, dass Puderzucker nicht wirklich riecht, aber das ist meine Assoziation davon), die sich später dann in eine schöne Vollmilchschokolade verwandelt. Verdünnt man den Dram dann mit einigen Tropfen Wasser, riecht man zusätzlich noch einen schönen Vanillepudding. Schön, gefällt mir gut.

Gaumen:
Der Alkohol ist sofort präsent, aber auch das Barrique-Fass fordert seine Aufmerksamkeit und ist mit seiner Würze und Süsse spürbar. Hinten heraus kommt er ebenfalls ziemlich scharf und ist lange am Gaumen spürbar. Nach einigen Sekunden kommt dann noch eine leichte Kakao/Schokoladen-Note die Speiseröhre hochgekrochen. Ungewöhnlich und des Merkens würdig.
Nach Zugabe von Wasser kommt die Würzigkeit noch mehr zum Tragen, hinten heraus kommen dann Karamell und Creme Brulee zum Vorschein.

Fazit:
Lässt man den Whisky so ca. 20-30 min im Glas im Glas verweilen, öffnet er sich und wird spürbar milder und auch ein wenig runder. Nichtsdestotrotz merkt man ihm seine Jugend an. Man kann so einen jungen und ungestümen Whisky natürlich in dem Alter abfüllen, jedoch denke ich, ein paar Jahre länger im Fass hätten ihm gut zu Gesicht gestanden.
Ich trinke zwar meine Whiskies in der Regel ohne Zugabe von Wasser, aber bei dieser Abfüllung mache ich gerne eine Ausnahme, da er deutlich gefälliger und süffiger wird. Er ist dann nicht mehr so scharf wie zuvor und man erahnt das Potential, welches in dieser Abfüllung steckt.
Ich hoffe, dass die Society noch ein paar Schwesterfässer von diesem Cotswolds auf Lager hat, so dass in vielleicht 3, 5 oder 8 Jahren die Möglichkeit besteht, dieses Destillat mit den veränderten Eckdaten noch einmal zu probieren. Kein Überflieger, aber zweifelsohne ein interessanter Whisky

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