Night views of Berlin

Schon vor einigen Jahren hatte sich in meinem Hinterkopf die Idee eines kleinen Berlin-Trips festgesetzt und geisterte fortan mehr oder minder intensiv durch meine Gehirnwindungen. Und dann irgendwie im Sommer des Jahres 2021 zeichneten sich, nicht zuletzt aus der pandemiebedingten Bewegungsabstinenz heraus, feste Konturen ab. Und wenn ich dann schon mal in Berlin wäre, wollte ich meinen Horizont natürlich auch whiskytechnisch erweitern. Und so kristallisierten sich als Reisetermin die Tage um das erste Oktober-Wochenende heraus, da nun auch langsam, aber sicher wieder Präsenz-Veranstaltungen jeglicher Couleur stattfinden konnten und ich schon ziemlich lange auf einen Besuch einer Berliner Whisky-Bar spekulierte und ich auch endlich wieder eine Whisky-Messe besuchen wollte. Dazu aber eventuell später an anderer Stelle mehr.

Festival of lights – Berlin Oberbaumbrücke

Mein Basislager hatte ich im Scandic Hotel Kurfürstendamm aufgeschlagen, wobei das Kurfürstendamm im Namen doch ziemlich weit hergeholt war, im wahrsten Sinne des Wortes. Besagter Damm lag nämlich ca. 400m Luftlinie vom Hotel entfernt. Aber das war ja auch nicht mein Hauptkriterium bei der Suche, sondern die zentrale Lage und ein halbwegs erträglicher Preis und beides bot mir jenes Hotel.

Der erste Abend mit dem Besuch eines Whisky-Tastings der SMWS und die beiden folgenden Tage mit der Whisky Messe Köpenick waren schon komplett verplant, wobei aber schon mal hier und da die Kamera zum Einsatz kam. So konnte ich mich dann ab dem dritten Tag dem zweiten Grund meiner Reise widmen, dem Durchstreifen der Stadt mit Fotoapparat und Stativ. Da ich ja bekanntermassen lieber im Dunklen als am Tage fotografiere, bin ich tagsüber an Orte gefahren, die mich eher allgemein als fotografisch interessierten. Aber auch hier entstand natürlich das ein oder andere brauchbare Foto.

Abend eins nach den Whisky-Tagen sah einen Besuch des Park Inn Hotels am Alexanderplatz vor, wo man von der Dachterrasse aus, die auch Nicht-Hotelbesuchern gegen Entrichtung eines kleinen Obolus zugänglich ist, einen herrlichen Blick über das nächtliche Berlin hat. Erschwert wurde das Fotografieren speziell mit Stativ durch die Tatsache, dass die Terrasse durch ein Drahtgeflecht gesichert war, das wohl versehentliches Herunterfallen von irgendwelchen grösseren Gegenständen verhindern soll. Allerdings passte ein gängiges Objektiv gerade so durch das Netz, aber mit der Brüstung und dem darüber gespannten Netz war es eine Herausforderung, halbwegs brauchbare Langzeitbelichtungen zu erzeugen. Um das Objektiv durch das Netz zu bekommen, musste die Kamera so weit nach vorne positioniert werden, dass man eigentlich keine Auflage für die beiden vorderen Stativfüsse hatte. Also musste improvisiert werden und die Stativbeine wurden solange durch das Drahtgeflecht durchgesteckt, bis man irgendwie eine gewisse Stabilität erreicht hat. Das nächste Problem liess aber nicht lange auf sich warten. Dadurch das das Objektiv ziemlich straff durch das Drahtnetz hindurch passte, gab es zwangsläufig Kontakt zwischen Draht und Objektiv, was dann bei Langzeitbelichtungen logischerweise zu Verwacklungen führen musste. Also musste ich bei jeder Auslösung noch das Drahtnetz mit meinen Händen vom Objektiv fernhalten. Das war dann am Ende richtig Arbeit. Aber schliesslich sind dann doch noch einige brauchbare Aufnahmen entstanden, wobei ich mir allerdings mehr erhofft hatte. Trotzdem, oder gerade deswegen ein sehr interessanter und lehrreicher Abend.

Am zweiten Tag hatte ich dann irgendwann durch Internet-Recherchen vom Vortage bezüglich Fotospots realisiert, dass die Tage in Berlin das Festival of lights stattfindet. Hatte ich so nicht wirklich auf dem Radar, musste mich aber sogleich draufstürzen. Auserkoren hatte ich mir dazu ein Tour an der Spree im Bereich der Elsen-/Oberbaumbrücke (welche ich grob allerdings auch schon vorher in’s Auge gefasst hatte) und des Bahnhofs Warschauer Strasse. Die sich dann auch richtig lohnen sollte, wie ich aufgrund der vor Ort gezeigten Lichtinstallationen und auch im Nachhinein anhand des entstandenen Bildmaterials feststellen konnte. Diese Projektionen auf die Oberbaumbrücke waren schon sehr beeindruckend.

3XN Cube Berlin

Der letzte Nachmittag/Abend gehörte dann dem Bereich um den nicht mehr ganz so neuen Berliner Hauptbahnhof und des Potsdamer Platzes. Tatsächlich bin ich an diesem Tage weitestgehend ungeplant unterwegs gewesen und einfach mal auf’s Geradewohl losmarschiert. Genannte Gebiete ist nun relativ weiträumig bebaut und so fand ich gegenüber vom Hauptbahnhof im Spreebogenpark eine leicht hügelige Wiese vor, wo ich einen schönen Rundumblick auf Regierungsviertel, Bahnhof, Charité etc. hatte. Auch hier konnte ich dann zur Dämmerung wieder eine Lichtprojektion auf den Hauptbahnhof bewundern. Später bin ich dann noch zum Potsdamer Platz gefahren, um vom Sony Center und den angrenzenden „Wolkenkratzern“ einige Fotos zu schiessen, wobei ich zu diesem Zeitpunkt doch schon ziemlich fertig war. Tagelang bis in den Abend hinein durch Berlin zu ziehen fordert halt irgendwann seinen Tribut. Man ist ja schliesslich nicht mehr der Jüngste..

Diese knappe Woche in Berlin ging so schnell zu Ende, so schnell konnte ich gar nicht gucken. Aber das ist wohl in einer eigentlich nie zur Ruhe kommenden, sich ständig neu findender Grossstadt, wie sie Berlin nun mal ist, so. Fakt ist, dass ich nicht zum letzten Male hier war. Dazu verändert sie sich zu schnell zu sehr. Es ist halt nichts so beständig wie die Veränderung. Und ich mag Beständigkeit…





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